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Technologie

Im Detail: Die Ad-O-Lytics-Technologie

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Die Virotherapie umfasst die gezielte Zerstörung von Tumorzellen mit Hilfe von Viren. Für eine ausreichende Wirksamkeit der Virotherapie ist es notwendig, die heilenden Viren über die Blutbahn verabreichen zu können. Nur auf diesem Weg werden verstreute Metastasen sowie schwer zugängliche Tumoren effizient erreicht.

Viren werden jedoch nach einer Injektion in die Blutbahn innerhalb kürzester Zeit – bevor sie überhaupt an ihren Wirkort gelangen können- von Blutbestandteilen inaktiviert. Für die breite Anwendbarkeit von Virotherapie ist daher die Entwicklung von Technologien zum Schutz vor Inaktivierung eine wesentliche Voraussetzung.

Ad-O-Lytics hat onkolytische Adenoviren entwickelt, die vor den unerwünschten Abwehrreaktionen im Blut geschützt sind und Tumor und Metastasen erreichen können, um dort mit voller onkolytischer Potenz wirksam zu werden.

Unsere Technologie ist eine einzigartige Kombination aus Genetik und Chemie und besteht aus zwei Schritten:

 

1. Genetische Veränderung:

Wir kennen die genauen Strukturen, an denen die Abwehrmechanismen im Blut an das Virus binden und es inaktivieren. An diesen Positionen verändern wir eine einzige Aminosäure an der Virusoberfläche in ein Cystein. Dieses an ausgewählten Positionen gezielt eingeführte Cystein dient als Anker für hochspezifische und effiziente chemische Veränderungen des Viruskapsids.schritt-1_chemische-reaktivitaet-einfuehren_skaliert-webseite

 

2. Chemische Modifikation:

An diesen Anker können wir mit einem bifunktionellen chemischen Linker Moleküle unterschiedlicher Substanzklassen anbringen. Beispielsweise können durch Verwendung einer thiol-reaktiven Maleimid-Gruppe unter Ausbildung eines biostabilen Thioethers synthetische Polymermoleküle, Kohlenhydrate, nicht natürliche und natürliche Peptide sowie Proteine an die Virusoberfläche gekoppelt werden. Durch die geschickte Wahl der gekoppelten Moleküle erzielen wir wahlweise oder in Kombination eine Abschirmung (Shielding) der Viren vor inaktivierenden Blutbestandteilen und führen über Liganden neue Spezifitäten zur verbesserten Aufnahme im Zielgewebe (Targeting) ein.

Bemerkenswert an der Ad-O-Lytics-Technologie ist, dass zusätzlich zu biostabilen Bindungen auch bioresponsive Bindungen zwischen Kopplungspartner und Virus geknüpft werden können. Hierdurch können die chemischen Modifikationen so gestaltet werden, dass nach erfolgreicher Aufnahme der Viren in das Zielgewebe die chemischen Veränderungen rückgebildet werden und hierdurch die volle onkolytische Potenz des Virus erhalten bleibt.schritt-2_positionsspezifisch-koppeln_skaliert-webseite

 

Die der chemischen Modifikation vorausgehenden genetischen Veränderungen sind so minimal, dass weder die gewünschten Eigenschaften des Virus wie Infektion und Tumorzerstörung noch seine Produzierbarkeit zu hohen Titern beeinträchtigt werden.

Unsere Ergebnisse zeigen, dass diese zweistufige Modifikation nicht nur für Adenoviren, sondern auch für andere Virusarten eingesetzt werden kann. Mit unserer international patentierten Ad-O-Lytics-Technologie ermöglichen wir die gleichzeitige Erreichbarkeit von Tumoren und im Körper verstreuten Metastasen über das Blut, bieten maximale Sicherheit und eine erhöhte Effizienz der Virotherapie. Gleichzeitig kann mit geringeren Dosen gearbeitet werden, wodurch die Nebenwirkungen auf ein Minimum reduziert werden können.